Wie häufig ist Arthrose wirklich? Zahlen, Fakten und wer besonders betroffen ist
Arthrose Häufigkeit Deutschland: Aktuelle RKI-Zahlen zu Verbreitung, Alter und Geschlecht – und der wichtige Unterschied zu rheumatischen Erkrankungen.
Hausmittel gegen Gelenkschmerzen im Überblick: Quarkwickel, Kohlwickel, Ingwer und moderne Alternativen. Erfahren Sie, was wirklich helfen kann.

Rund 29 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer in Deutschland leiden unter akuten Gelenkschmerzen — das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts. Ob Knie, Schulter oder Hüfte: Viele Betroffene suchen nach sanften Hausmitteln gegen Gelenkschmerzen, bevor sie zu Schmerzmitteln greifen. Dieser Ratgeber stellt bewährte Methoden vor und erklärt, wie sie richtig angewendet werden.
Gelenkschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. Allein in Deutschland leben über 15 Millionen Menschen mit einer ärztlich diagnostizierten Arthrose. Viele Betroffene möchten nicht dauerhaft auf Schmerzmittel angewiesen sein und suchen deshalb nach natürlichen Alternativen.
Hausmittel können eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Behandlung sein. Sie lassen sich einfach zu Hause anwenden, sind in der Regel gut verträglich und können dabei helfen, akute Beschwerden zu lindern. Wichtig ist jedoch: Hausmittel ersetzen keinen Arztbesuch. Bei anhaltenden oder starken Gelenkschmerzen sollten Sie immer eine ärztliche Abklärung vornehmen lassen.
Der Quarkwickel zählt zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Gelenkschmerzen und wird besonders häufig am Knie eingesetzt. Seine Wirkung beruht auf einem einfachen Prinzip: Der kühle Quark entzieht der Haut Wärme, die enthaltene Flüssigkeit verdunstet und erzeugt einen angenehmen Kühleffekt.
Tipp: Kalte Quarkwickel können bei akuten Beschwerden mehrmals täglich angelegt werden. Achten Sie darauf, den Wickel nicht länger als 20 Minuten aufzulegen, da der Quark sonst zu warm wird und der kühlende Effekt nachlässt.
Der Quarkwickel eignet sich besonders bei:
Der Kohlwickel ist ein traditionelles Hausmittel, das bei Gelenkbeschwerden seit Generationen verwendet wird. Interessanterweise haben Studien gezeigt, dass Kohlwickel bei Kniearthrose eine vergleichbare Schmerzlinderung wie die Anwendung von Diclofenac-Gel erzielen können. Die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe des Kohls — insbesondere Flavonoide und Glucosinolate — sollen dafür verantwortlich sein.
Für einen nachhaltigen Effekt empfiehlt es sich, den Kohlwickel über einen Zeitraum von vier Wochen jede Nacht frisch anzulegen. Die Kohlblätter können dazu beitragen, Schwellungen zu reduzieren und die Beweglichkeit des Gelenks zu unterstützen.
Nicht jede Temperaturanwendung passt zu jeder Beschwerde. Die richtige Wahl kann entscheidend sein:
Kälte eignet sich bei:
Wärme eignet sich bei:
Ein warmes Bad mit Zusätzen wie Rosmarin oder Fichtennadeln kann die Durchblutung fördern und verspannte Muskulatur rund um die Gelenke lockern. Wer lieber kühlt, kann neben dem Quarkwickel auch kühlende Gele mit natürlichem Menthol verwenden — die Pfefferminze sorgt für einen angenehmen Frischeeffekt auf der Haut.
Die Naturheilkunde kennt eine Reihe von Pflanzen und Wirkstoffen, die bei Gelenkbeschwerden unterstützend eingesetzt werden können:
Ingwer enthält Gingerole, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Er kann als Tee getrunken, frisch in die Ernährung eingebaut oder als Ingwerwickel äußerlich angewendet werden. Für einen Ingwerwickel übergießen Sie frisch geriebenen Ingwer mit heißem Wasser, tränken ein Tuch darin und legen es auf das betroffene Gelenk. Besonders bei steifen Gelenken am Morgen kann ein warmer Ingwertee die Durchblutung fördern und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.
Curcumin, der aktive Wirkstoff in Kurkuma, wird für seine entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Die Bioverfügbarkeit von Curcumin lässt sich durch die Kombination mit schwarzem Pfeffer (Piperin) deutlich verbessern. Kurkuma lässt sich einfach in Smoothies, goldene Milch oder Mahlzeiten integrieren.
Pfefferminzöl hat einen natürlich kühlenden Effekt durch das enthaltene Menthol. Beim Einmassieren in die Haut rund um das Gelenk kann es ein angenehmes Frischegefühl erzeugen und die Stelle kühlen. Wichtig: Ätherische Öle immer mit einem Trägeröl verdünnen und nicht auf offene Wunden auftragen.
Die im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. Weihrauch kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen oder als Creme äußerlich aufgetragen werden. In der traditionellen indischen Ayurveda-Medizin wird Weihrauch seit Jahrhunderten bei Gelenkbeschwerden geschätzt.
Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) stammt aus der südafrikanischen Naturheilkunde und wird in Europa häufig bei Gelenkbeschwerden eingesetzt. Die enthaltenen Harpagoside können dazu beitragen, Beschwerden im Bewegungsapparat zu lindern. Teufelskralle ist als Tee, Kapseln oder Salbe erhältlich. Beachten Sie, dass die Wirkung erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung einsetzen kann.
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei Gelenkbeschwerden. Bestimmte Lebensmittel können entzündliche Prozesse im Körper fördern, andere können dazu beitragen, sie zu reduzieren.
Entzündungshemmende Lebensmittel:
Besser meiden bei Gelenkbeschwerden:
Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung kann langfristig dazu beitragen, die Gelenkgesundheit zu unterstützen.
Viele Menschen mit Gelenkschmerzen neigen dazu, sich weniger zu bewegen. Dabei ist regelmäßige, gelenkschonende Bewegung einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Gelenke. Durch Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit (Synovia) besser verteilt, der Knorpel wird mit Nährstoffen versorgt, und die umgebende Muskulatur stabilisiert das Gelenk.
Gelenkschonende Sportarten:
Bereits 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche können einen positiven Beitrag zur Gelenkgesundheit leisten. Beginnen Sie langsam und steigern Sie die Intensität schrittweise. Auch einfache Dehnübungen am Morgen oder kurze Spaziergänge in der Mittagspause können einen Unterschied machen. Der Schlüssel liegt in der Regelmäßigkeit — lieber täglich 20 Minuten als einmal pro Woche intensiv trainieren.
Magnesium ist bekannt für seine muskelentspannenden Eigenschaften. Ein Magnesiummangel kann zu Muskelkrämpfen und -verspannungen führen, die wiederum Gelenkschmerzen verstärken können. Die Ergänzung von Magnesium — ob über die Ernährung, als Nahrungsergänzung oder äußerlich angewendet — kann deshalb sinnvoll sein.
Transdermales Magnesium, also Magnesium, das über die Haut aufgenommen wird, bietet dabei den Vorteil, dass es direkt an der betroffenen Stelle wirken kann und den Magen-Darm-Trakt nicht belastet. Moderne Alternativen wie das ArtiZynt Gel mit Magnesium, Tannenöl und Pfefferminze kombinieren dabei die kühlenden Eigenschaften der Minze mit der lokalen Anwendung von Magnesium und können so die Pflege beanspruchter Gelenke unterstützen.
Magnesiumreiche Lebensmittel:
Neben den bereits genannten Methoden gibt es weitere Hausmittel, die bei Gelenkschmerzen angewendet werden können:
Hausmittel können eine wertvolle Unterstützung bei leichten bis mittleren Gelenkbeschwerden sein. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine ärztliche Untersuchung unbedingt notwendig ist:
Konsultieren Sie bei anhaltenden Beschwerden Ihren Arzt, um die Ursache der Gelenkschmerzen abklären zu lassen und eine geeignete Behandlung zu finden.
Es gibt zahlreiche Hausmittel gegen Gelenkschmerzen, die einfach und kostengünstig zu Hause angewendet werden können. Vom bewährten Quarkwickel über Kohlwickel bis hin zu entzündungshemmenden Gewürzen wie Ingwer und Kurkuma — die Naturheilkunde bietet viele Möglichkeiten, Gelenkbeschwerden sanft zu begegnen. Ergänzt durch eine entzündungshemmende Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine ausreichende Magnesiumversorgung können diese Maßnahmen dazu beitragen, die Gelenkgesundheit langfristig zu unterstützen. Wichtig bleibt: Sprechen Sie bei anhaltenden oder sich verschlechternden Beschwerden immer mit Ihrem Arzt.
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